Das genaue Datum der Gründung der Stadt Chotebor ist nicht bekannt, aber man setzt voraus, dass die erste Gemeinde hier schon im 12. Jahrhundert stand. Als erster Besitzer dieser Gemeinde wird Smil aus Lichtemburg im Jahre 1265 erwähnt, dem hier die Silbergruben gehörten. Die waren auch der Grund dafür, dass im Jahre 1329 Johann von Luxemburg Chotebor gekauft hat. 1331 wurden Chotebor die Iglauer Stadtrechte verliehen und als Mitgiftstadt der Böhmischen Königinnen erklärt. Im Jahre 1421 wurde die Stadt von dem Hussiten Peter Hromadka aus Jistebnitz besetzt. 300 Hussiten wurden hier nach ihrer Niederlage in den Stadtscheunen vom katholischen Heer verbrannt.
Am Ende des 15. Jahrhunderts gewann die Stadt Nikolaus jg. Trcka aus Lipa, und so wurde die Stadt untertänig. Unter Trckas Regierung gedieh die Stadt hauptsächlich wirtschaftlich sehr gut. 1636 wurde sein Vermögen vom Kaiser konfisziert und während des 30-jährigen Krieges wurde die Stadt sehr zerstört und katolisiert. Seit der Zeit haben sich die Besitzer der Stadt gewechselt.
Im Jahre 1683 beherrschte den Großgrundbesitz in Chotebor Wilhelm Leopold Kinsky, der hier ein Barockschloss erbauen ließ. 1808 übernahm diese Domäne Joseph Vancura aus Rehnitz und nach 1836 wurde Dobrzensky aus Dobrzenitz Besitzer. Im 19. Jh. hat sich die Stadt durch viele Brände sehr viel geändert und eine Menge von Baudenkmälern wurden zerstört. 1850 wurde die Stadt zum Verwaltungs- und Gerichtszentrum des Bezirks. Im Jahre 1871 kam es zum Bau der Eisenbahn Pardubicz - Deutsch Brod (Havlickuv Brod).
Die Stadt Chotebor liegt im Böhmisch-Mährischen Hügelland sehr nah dem Naturschutzgebiet - Eisengebirge (Železné hory) in der Höhe von 520 m ü.d.M., das für Wanderungen, Radfahren und Baden sehr geeignet ist.
Gleich hinter der Stadt befindet sich noch das Naturgebiet - Tal des Flusses Doubrava mit der Fläche von 92 ha, das durch einen romantischen bewaldeten Tal mit vielen Felsen gute Bedingungen für Erholung und Bergstigen anbietet.
Chotebor ist die zweitgrößte Stadt des Bezirks Havlickuv Brod und zählt etwa 10.000 Einwohner. Seit 1991 gehören zur Stadt noch die Dörfer Bilek, Dobkov mit einem Feldflughafen, Klouzovy, Marieves, Pocatky, Rankov, Strizov und Svinny.
Bekannt sind auch noch folgende Ortschaften wie Havlickova Borova, wo der berühmte Dichter, Journalist und Politiker Karel Havlicek geboren wurde, das Schloss Malec, in dem oft im Sommer der tschechische Historiker Frantisek Palacky verweilte, Leskovice - der Ort des letzten Kampfes des Stabes der Partisanenbrigade Mistr Jan Hus, das Denkmal bei dem Dorf Zizkovo Pole, das an einen der berühmtesten Tschechen Jan Zizka erinnert, der hier im Jahre 1424 starb.
Das Kulturleben ist hier nicht besonders reich. Es gibt hier einen Kinosaal und einen kleinen Konzertsaal. Theatervorstellungen werden in der Turnhalle veranstaltet. Bilderaustellungen finden meistens im Schloss statt.
Das Sportleben ist in unserer Stadt sehr groß. Zur Verfügung stehen hier Sportplätze für Tennis, Volleyball, Leichtathletik und Fußball. Im Winter ist ein Winterstadion geöffnet für Eishockey und Schlittschuhlaufen und auch Skiläufer kommen auf ihre Kosten.
Von den Sehenswürdigkeiten nennen wir z.B. das Barockschloss am nördlichen Rande der Stadt, das in einem schönen englischen Park liegt. In der alten Stadt befinden sich kurze und enge Gassen mit alten und niedrigen Häusern und der Kirche St. Jakobs älteren. Es gibt noch die Kapelle Avancement St. Kreuzes und in der Lindenallee die Kapelle St. Anna, mit einem schönen Ausblick auf die Stadt und Eisenerzgebirge. Die Stadtmitte mit den Geschäften, Gaststätten usw. bildet der T.G.M. Platz, in dessen Mitte ein kleiner Park mit einem Brunnen steht.
Hier wurden geboren: böhmischer Schriftsteller Ignat Herrmann, der in der Obermühle am Flusse Doubrava im Jahre 1854 geboren wurde; Journalist Karel Ninger; schlesischer Erwecker Franisek Slama; Maler Zdenek Rykr; Komponist, Pädagoge und Smetanas Freund Frantisek Buttula.
In der Stadt gibt es drei Kindergärten, zwei Grundschulen und ein Gymnasium, eine Handelsakademie und eine Technische Fachmittelschule.
Die Landwirtschaft ist auf Kartoffelbau spezialisiert. Traditionelle Industrie im ganzen Bezirk ist die Nahrungsmittelindustrie. In Chotebor hat die größte Bedeutung die Maschinenindustrie, weiter die Textil- und Holzverarbeitende Industrie.
Die hiesige größte Fabrik war der Maschinenbaubetrieb Choteborske strojirny. Diese Fabrik entstand 1906 als eine kleine Textilfabrik. Später wurde aus dieser kleinen Fabrik dank Herrn Eckhardt eine für die Herstellung von Gasschutzfiltern und Ventilen. In den weiteren Jahren orientierte er sich auf Schweiß- und Schneidemaschinen um. Allmählich wurden in dieser Fabrik ganze komplette Erzeugnisse für die Nahrungsmittelindustrie hergestellt. Im Jahre 1945 wurde die Fabrik zum Volkseigentum gemacht. Zur Zeit hat sich dieser Komplex in kleinere selbstständige Unternehmen geteilt - TENEZ, NATE, GCE (Autogen), ...
Unter andere bedeutende Unternehmen in Chotebor gehören noch Interlignum, Feroplast, Roboterm und eine Filiale von Pleas.